Juli 30 2018

Roman R. Rüdiger

LEAN DUS #36: Digital Natives ohne digitale Souveränität

Roman R. Rüdiger

Deutschland bezieht seine Stärke aus dem Industriezeitalter, ist aber nur unzureichend auf die digitale Revolution und das neue Informationszeitalter vorbereitet. In der im Dezember 2014 veröffentlichten und anerkannten „International Computer und Information Literacy Study“ (ICILS) erreichten lediglich 1.5% der befragten Schüler*innen eine hohe Stufe in digitaler Kompetenz. 30%, also knapp ein Drittel aller Achtklässler, gelten als digitale Analphabeten oder verfügen nur über unzureichende digitale Kompetenzen, um beruflich und privat mitzuhalten. Die oft verwendete Bezeichnung der heutigen Kinder und Jugendlichen als „digital natives“ ist somit irreführend. Denn sie steht für die Annahme, dass die junge Generation quasi von allein zu kompetenten Nutzerinnen und Nutzern digitaler Technologien heranwächst. Im Gegenteil aber verschärft die Digitalisierung die Bildungsungerechtigkeit.

Welche Kompetenzen müssen also heute erlernt werden? Wie schaffen wir es, dass möglichst viele Menschen Digitale Souveränität erreichen? Wie müssen sich vor allem unsere Schulen ändern?